Blattverfärbung beim Spitzahorn.

Bunte Herbstfarben

21.10.2026

In Gärten, Parks und Wäldern präsentieren sich Bäume und Sträucher jetzt von ihrer besonders schönen Seite: Während das Grün verschwindet, leuchten gelbe, orange und rote Farbtöne auf. Auch rund um den Klingnauer Stausee lässt sich dieses faszinierende Naturschauspiel beobachten. 

Vorbereitung auf den Winter 

Mit der Abnahme der Tageslänge und der Temperatur bereiten sich die Laubbäume und -sträucher auf die kalte Jahreszeit vor. Sie werfen ihre Blätter ab, um den Wasserverlust im Winter zu verringern. Normalerweise verdunsten sie über ihre Blätter einen Grossteil des Wassers, das sie über die Wurzeln aufnehmen. Bei einer hundertjährigen Rotbuche können das bis zu 400 Liter pro Tag sein.  
Wenn im Winter der Boden gefriert, können die Wurzeln kaum noch Wasser aufnehmen. Gleichzeitig verlieren die Pflanzen weiterhin Wasser – es droht eine sogenannte Frosttrocknis. Um ein Austrocknen zu verhindern, lassen die meisten Laubgehölze ihre Blätter im Herbst fallen.  
Bevor es so weit ist, ziehen sie alle wertvollen Stoffe aus den Blättern zurück und speichern sie in lebenden Pflanzenbereichen. Anschliessend bildet sich am Blattstielansatz eine Trennschicht. Diese unterbindet die Wasserversorgung zum Blatt und schützt die Pflanze vor Krankheitserregern mit einem Korkverschluss. 
Es gibt auch einige Baumarten, welche ihre vertrockneten Blätter bis in den Frühling behalten. Hierzu gehören Buchen, Hainbuchen und Eichen. Bei ihnen lösen sich die Blätter erst später vom Zweig, wenn sich neues Wachstum entwickelt. Das kommt vor allem bei kleinen, jungen Bäumen vor und könnte als Frassschutz- oder Frostschutz dienen. 

Buntes Farbenspiel

Im Herbst färben sich die Blätter von Pappeln goldgelb, von Ahorn gelb und orange, während der Gewöhnliche Schneeball mit seinem kräftigen Rot auffällt. Dieses Farbenspiel entsteht in erster Linie durch verschiedene Blattfarbstoffe, deren Mengenverhältnissen im Blatt sich im Laufe des Herbstes verändern. 
Die grüne Farbe im Frühling und Sommer stammt vom Chlorophyll. Dieser Farbstoff ist für die Photosynthese unverzichtbar, bei der Pflanzen mithilfe von Licht energiereiche Stoffe herstellen. Wenn die Tage kürzer werden, nimmt die Photosyntheseaktivität ab und das Chlorophyll wird nicht mehr gebraucht. Es wird in seine Bestandteile zerlegt und anschliessend bis zum nächsten Frühling in anderen Bereichen eingelagert.  
 
Mit dem Schwinden des Chlorophylls kommen nun andere Farbstoffe wie Karotinoide (gelb, orange und rot), Xanthophylle (gelb) und Anthocyane (rot, violett und blau) zum Vorschein. Sie sind für die beeindruckende Laubfärbung verantwortlich.  
Die weniger wertvollen Farbstoffe werden nur zum Teil abgebaut und verlagert. Folglich bleibt eine überwiegend gelbe Färbung des Blattes zurück. Erst beim Absterben werden die Blätter braun.   

Wohin mit dem Laub? 

Liegen gelassene Blätter sind wertvoll für den Garten. Sie werden nach und nach zersetzt und geben dabei Nährstoffe an den Boden zurück. Gleichzeitig bietet eine Laubschicht zahlreichen Kleintieren Schutz und Nahrung. Laubhaufen können zudem als Versteck oder Überwinterungsquartier von Nützlingen dienen – beispielsweise für den Igel und den Marienkäfer. 
Wer im Herbst nicht das gesamte Laub entfernt, unterstützt damit die natürliche Bodenbildung und schafft wertvolle Rückzugsorte für Tiere. 

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Blattverfärbung beim Spitzahorn. Foto: Rahel Toscan
Blattverfärbung beim Spitzahorn. Foto: Rahel Toscan
Erlebnispfad im Herbst. Foto: Petra Zajec
Erlebnispfad im Herbst. Foto: Petra Zajec
Rote Blätter des Gewöhnlichen Schneeballs. Foto: Jérome Stäheli
Rote Blätter des Gewöhnlichen Schneeballs. Foto: Jérome Stäheli
Herbst am Klingnauer Stausee. Foto: Petra Zajec
Herbst am Klingnauer Stausee. Foto: Petra Zajec