In den angrenzenden Auenwaldrelikten des Klingnauer Stausees und auf dem Erlebnispfad des BirdLife-Naturzentrums stehen im Herbst verschiedene Pflegemassnahmen an. Durch die gezielte Pflege werden wertvolle Lebensräume erhalten und damit die Artenvielfalt gefördert.
Auenlebensräume, wie sie in den beiden Auenwäldern Fischergrien und Gippinger Grien sowie auf unserem Erlebnispfad vorkommen, umfassen eine Vielzahl unterschiedlicher Lebensräume: von Altläufen und Tümpeln über feuchte Riedwiesen bis hin zu Weich- und Hartholzauenwäldern. Ursprünglich sorgte die Dynamik der Aare für eine stetige Veränderung der Lebensräume und damit für eine grosse Vielfalt. Eingriffe des Menschen, wie die Begradigung der Aare und die landwirtschaftliche Nutzung, haben diese Lebensräume in den letzten 200 Jahren jedoch stark zurückgedrängt. Durch die Renaturierung der umliegenden Auenwälder und des Erlebnispfades sind wieder vielfältige Lebensräume für Pflanzen und Tiere entstanden. Ziel der heutigen Pflegemassnahmen ist es nun, diese Vielfalt und die hier vorkommenden Arten langfristig zu erhalten.
Voraussetzung für die Durchführung der Pflegemassnahmen ist das Wissen über die vorkommenden Arten und ihre Lebensraumansprüche. Je nach Zielart und ihren ökologischen Bedürfnissen werden die entsprechenden Massnahmen festgelegt.
Tümpelpflege
Die beste Zeit für die Tümpelpflege ist zwischen September und Oktober. In diesen Monaten sind die am Wasser lebenden Tiere noch mobil und können ausweichen. An den Teichen im Fischergrien und auf dem Erlebnispfad wird Schilf ausgerissen oder zurückgeschnitten, um Uferbereiche für Amphibien wie die Gelbbauchunke freizuhalten. An offenen Stellen kann die Sonne das Wasser zudem besser erwärmen, wovon auch Libellenlarven profitieren.
Das Schnittgut wird einige Tage neben den Teichen liegen gelassen, damit sich darin befindende Wassertiere noch zurück ins Wasser bewegen können. Anschliessend kann das getrocknete Material zum Aufschichten bereits bestehender Asthaufen verwendet werden. Diese bieten Kleintieren wie dem Hermelin Deckung und Unterschlupf – so erhält das Schnittgut eine weitere ökologische Funktion.
Ein Teil des Schilfs bleibt bewusst stehen. Es bietet beispielsweise Libellen wie der Gebänderten Prachtlibelle Ansitzmöglichkeiten, von denen aus sie ihr Revier bewachen, nach Weibchen Ausschau halten oder Beute suchen können.
In den Teichen werden zudem Algen entfernt, um den Nährstoffeintrag zu reduzieren und der Verlandung der künstlich angelegten Tümpel entgegenzuwirken. Rund um die Teiche werden ausserdem junge Weiden und Pappeln entfernt, damit die offenen Wasserflächen erhalten bleiben.
Erfolgskontrolle
Die Vielfalt der Lebensräume in den Auenwäldern und auf dem Erlebnispfad zeigt, wie wichtig eine regelmässige und gezielte Pflege ist. Gleichzeitig müssen die Massnahmen immer wieder auf ihre Wirksamkeit überprüft werden. Dazu werden die Bestände und die Entwicklung der Zielarten beobachtet und dokumentiert. Aufgrund dieser Erkenntnisse können die Pflegepläne angepasst und weiterentwickelt werden.
Möchten auch Sie wissen, wie Sie Teiche und Hecken in Ihrem Garten pflegen können, um die Artenvielfalt zu fördern? BirdLife Schweiz bietet dazu umfangreiche Informationen. Diese finden Sie bei uns im Naturzentrum oder auf der Website von BirdLife Schweiz.
