Wasserbüffel in der Machme.

Weiden für Vielfalt

20.08.2026

Im Sommer weiden Wasserbüffel im Naturschutzgebiet Machme bei Klingnau. Durch ihr Fress- und Suhlverhalten halten sie die Vegetation kurz und schaffen offene Gewässer und sumpfige Bodenstellen. Auf diese Weise werten sie den Lebensraum für Amphibien, Libellen und Vögel auf – ganz ohne aufwendigen maschinellen Einsatz.

Das Naturschutzgebiet Machme beherbergt den letzten grossen Aare-Altarm im Aargau und ist deshalb ein wertvolles Auengebiet. Ursprünglich war die Machme ein natürlicher Nebenarm der Aare. Durch die Begradigung der Aare und den Bau des Kraftwerks wurde sie teilweise zugeschüttet und verlor dadurch ihre natürliche Wasserdynamik. Während das wachsende Schilf früher von Bauern und Gipsern genutzt wurde, blieb es später zunehmend ungenutzt. Ohne regelmässige Bewirtschaftung verlandet die Machme deshalb allmählich. 1995/1996 wurde die Machme im Rahmen des Auenschutzprogramms auf einer Länge von rund 500 Metern ausgebaggert. Dabei wurden etwa 12'000 m³ Sediment ausgehoben. Es entstand wieder ein Gewässer mit einer Tiefe von etwa 1,5 Metern und einer Breite von 10 bis 20 Metern. Heute bietet die Machme mit ihren verschiedenen Wasserflächen, Tümpeln, Schilfbeständen und Riedwiesen vielfältige Lebensräume. Davon profitieren gefährdete Insekten wie das Grosse Granatauge, eine Libellenart, aber auch verschiedene Amphibien- und zahlreiche Vogelarten.

Um diese vielfältigen Lebensräume zu erhalten, werden die Wasserbüffel (Bubalus arnee) gezielt während der Sommermonate in der Machme eingesetzt. Im Gegensatz zu anderen Rinderarten fressen sie auch zähe Wasserpflanzen wie Sauergräser, Schilf und Weiden. Dadurch halten sie die Vegetation kurz. Mit ihren breiten Klauen sind sie zudem bestens an feuchte Böden angepasst. Zur Abkühlung halten sie sich gerne im Wasser auf und suhlen sich im Schlamm. Dabei entstehen offene Wasserstellen und sumpfige Bodenbereiche, die beispielsweise für die Gelbbauchunke als Laichplätze wichtig sind. Auch ihr Dung bietet zahlreichen Insekten Nahrung und Lebensraum. Zudem entfällt so die energieintensive Pflege mit Maschinen und die Wasserbüffel erreichen Stellen, die für Menschen und Maschinen nur schwer zugänglich sind.

Damit die Tiere Amphibien und Vögel während ihrer Laich- und Brutzeit nicht stören, beginnt die Beweidung erst im Sommer und dauert einige Monate. Den Rest des Jahres verbringen die Wasserbüffel auf einem Bauernhof in der Region. CreaNatira koordiniert die Beweidung in der Machme.

Wasserbüffel am Baden.   Gelbbauchunke im Wasser.Wasserbüffel am Suhlen. Foto: Petra Zajec.                      Gelbbauchunke im Wasser. Foto: Andreas Meyer, karch

Tierische Landschaftspflege

Die rund 500 Kilogramm schweren Wasserbüffel stammen ursprünglich aus Asien. Dort wurden sie bereits vor rund 5'000 Jahren domestiziert und seither als Arbeitstiere für die Reisfelder sowie zur Fleisch- und Milchproduktion gehalten. Auch in Europa werden sie seit einigen Jahrhunderten als Nutztiere gehalten. In den 1990er-Jahren wurden Wasserbüffel aus Ländern wie Rumänien und Italien in die Schweiz importiert.

Heute werden sie neben der landwirtschaftlichen Nutzung zunehmend auch als natürliche Landschaftspfleger eingesetzt. Gegenüber Menschen verhalten sie sich im Allgemeinen friedlich. Neben der Schaffung vielfältiger Lebensräume können sie beispielsweise auch bei der Bekämpfung invasiver Neophyten wie des Drüsigen Springkrauts helfen.

Wasserbüffel sind dabei nicht die einzigen tierischen Helfer im Naturschutz. Je nach Lebensraum und gewünschter Wirkung kommen auch Schottische Hochlandrinder, Ziegen oder Schafe zum Einsatz. Die Tiere werden nach ihren Eigenschaften und den jeweiligen Gegebenheiten vor Ort ausgewählt und eingesetzt.

> Mehr Infos zur extensiven Beweidung

> Studie zum Einsatz von Wasserbüffeln