Stockenten-Erpel im Schlichtkleid.

Wo sind die Erpel hin?

03.07.2026

Die prächtigen Stockenten-Männchen mit ihrem glänzend grünen Kopf scheinen plötzlich wie vom Erdboden verschluckt. Am Klingnauer Stausee sind stattdessen fast nur noch hellbraune Enten zu sehen. Ein Blick auf den Schnabel verrät jedoch die Wahrheit: Gelbe Schnäbel gehören zu Erpeln im Schlichtkleid, orangefarbene zu den Weibchen.

Das Gefieder der Vögel muss viel aushalten: Es schützt vor Nässe, isoliert gegen Kälte, tarnt und ermöglicht das Fliegen und Schwimmen. Die Federn nutzen sich deshalb mit der Zeit ab und müssen regelmässig erneuert werden. Besonders nach der anstrengenden Brutzeit sind sie stark beansprucht. Auch die Stockenten befinden sich derzeit in der Mauser. Einmal pro Jahr wechseln sie ihr Federkleid, um ihre Flug- und Isolierfähigkeit zu erhalten. Während dieser Zeit trägt der Erpel ein unscheinbares, grau-braunes Federkleid. Der grüne Kopf und der weisse Halsring verschwinden, sodass er dem Weibchen sehr ähnlich sieht. Erst im Herbst entwickelt er wieder sein auffälliges Prachtkleid.

Die Stockenten durchlaufen eine sogenannte Vollmauser. Dabei werden sämtliche Schwung- und Steuerfedern gleichzeitig erneuert, wodurch die Entenvögel während drei bis sechs Wochen flugunfähig sind. Dieser Prozess ist sehr energieaufwendig. Damit die neuen Federn rasch nachwachsen können, benötigen die Enten viel Nahrung. Der Sommer bietet dafür ideale Bedingungen, da das Nahrungsangebot reichhaltig ist und die Temperaturen warm sind. Gleichzeitig sind die Enten während dieser Zeit auf ungestörte Gewässer angewiesen, da sie bei Gefahr nicht auffliegen können.

Stockente-Erpel im Schlichtkleid.   Rotmilan im Jugendkleid.Stockenten-Erpel im Schlichtkleid. Foto: Michael Gerber.   Rotmilan im Jugendkleid. Foto: Hans Hillewärt.

Gestaffelte Mauser

Nicht alle Vogelarten erneuern ihr Gefieder auf einmal wie die Entenvögel. Viele Arten, darunter Greifvögel, durchlaufen eine Teilmauser. Dabei werden die Federn nach und nach ersetzt, sodass die Tiere jederzeit flugfähig bleiben. Zuerst werden die Körperfedern erneuert, anschliessend folgen die Schwung- und Steuerfedern in einer genau festgelegten Reihenfolge. Für Greifvögel wie den Rotmilan ist diese Art der Mauser überlebenswichtig, da sie für die Nahrungssuche ständig fliegen können müssen. Erwachsene Rotmilane wechseln ihr Gefieder jährlich zwischen April und September.

Auch Jungvögel durchlaufen eine Teilmauser, wenn sie vom Jugend- ins Alterskleid wechseln. Junge Rotmilane sind zunächst heller und zimtfarben gefärbt. Erst im Laufe ihres zweiten Lebensjahres entwickeln sie das typische Gefieder der erwachsenen Vögel.

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