Durchzügler, Brutvogel
Seit mindestens 1959 gehören Flussseeschwalben zu den Brutvögeln des Klingnauer Stausees. Damals brüteten 7 Paare. Das Brutgeschehen in den 1960er und 1970er Jahren ist weitgehend unbekannt. In den 1980er Jahren stieg der Brutbestand kontinuierlich an und erreichte 1989 mit 9 Brutpaaren das Maximum. Im Laufe der 1990er Jahre ging der Brutbestand jedoch stetig zurück. Anfang 2000 brüteten noch 2-3 Paare. Der Tiefpunkt wurde 2004 erreicht: erstmals brüteten keine Flussseeschwalben mehr am Klingnauer Stausee. Einer der Gründe für diesen dramatischen Rückgang ist wohl in der Zunahme der Mittelmeermöwe und deren Bruten, aber auch am fehlenden Nistplatzangebot zu suchen.
Bis 2020 gab es keine nachgewiesen Brut von Flussseeschwalben mehr. Dies änderte sich 2021 dank einem von den Kraftwerken Klingnau installierten Brutfloss. Seither gab es fast jedes Jahr einen Brutversuch, flügge Jungvögel konnten bisher aber nicht nachgewiesen werden.
Flussseeschwalben kehren Ende März aus den Überwinterungsgebieten zurück. Während des Frühjahrszuges, der Anfang bis Mitte Mai am stärksten ist, können bis zu 20 Individuen auf Nahrungssuche beobachtet werden. Ein Teil der Vögel verbleibt am Klingnauer Stausee, wo sie auf der künstlich eingerichteten Plattform ihr Brutgeschäft beginnen. Im Juli setzt dann bereits der Herbstzug ein. Das Maximum von 28 Individuen wurde am 25. Juli 1990 registriert, inklusive hier erbrüteten Jungvögeln Gegen Ende September und im Laufe des Oktobers werden die letzten Flussseeschwalben gesehen.
