Mit dem Frühling beginnt am Klingnauer Stausee wieder ein besonderes Naturspektakel: die Balz der Haubentaucher.
Bei der Balz der Haubentaucher (Podiceps cristatus) finden sich die beiden Partner zusammen und zeigen ein faszinierendes Naturschauspiel. Die Balzzeremonie besteht aus mehreren Elementen, die zum Teil synchron oder abwechslungsweise von einem Partner durchgeführt werden. Beim Kopfschütteln schwimmen beide Partner mit geringem Abstand zueinander und machen abwechslungsweise einen Knick. Der Zwischenraum der Vogelhälse nimmt dabei kurze Zeit die Form eines Herzens an. Beim Scheinputzen werden mit geschlossenem Schnabel wenige Federn angehoben. Seinen Höhepunkt erreicht das Ritual beim Pinguintanz. Männchen und Weibchen tauchen gleichzeitig ab, um kurz darauf Bauch an Bauch aus dem Wasser emporzuschiessen. Durch rasches Paddeln nehmen die Partner die sogenannte Pinguin-Pose ein, bei welcher der Körper fast komplett aufgerichtet aus dem Wasser ragt. Danach präsentieren sich die Partner gegenseitig Wasserpflanzen, die für den Nestbau geeignet sind. Schliesslich gibt es auch noch die Katzen-Pose, bei der die Haubentaucher scheinbar bedrohlich die Flügel abwinkeln.
Pinguin-Pose mit Pflanzenpräsentation. Haubentauchernest.
(Foto: Hwbund, wikicommons)
Geteilte Verantwortung
Der elegante Haubentaucher ist zirka 50 cm gross und unverwechselbar durch seinen langen Hals und das orange-schwarze Kopfgefieder. In seinem Prachtkleid hat er eine schwarze, aufstellbare Federhaube und einen rot-schwarzen Backenbart. Diese besondere Federhaube ist auch namensgebend. Die Geschlechter unterscheiden sich in ihrem Aussehen nicht. Beide Partner übernehmen Verantwortung beim Nestbau, der Brut, der Aufzucht der Jungen sowie bei der Verteidigung ihres Territoriums.
Jedes Jahr brüten durchschnittlich 10 bis 15 Brutpaare am Klingnauer Stausee. Die Haubentaucher formen ihr Nest aus Schilfhalmen, kleinen Ästen und Wasserpflanzen und kleiden es mit verrottendem Pflanzen- und Algenmaterial aus. Das Nest wird schwimmend im Schilfgürtel, in vegetationsarmen Gewässern oder in überflutetem Gebüsch verankert. Nach mehrwöchiger intensiver Balz und dem Fertigstellen des Nestes erfolgt die Begattung. Anfang bis Mitte April legt das Weibchen drei bis sieben blassweisse Eier, welche beim Verlassen des Nestes zur Brutablösung oder bei Störungen mit Pflanzenmaterial bedeckt werden. Nach durchschnittlich 30 Tagen schlüpfen die Küken. Sie werden in den ersten drei Wochen meist auf dem Rücken getragen, was ihnen Schutz vor räuberischen Fischen wie dem Hecht bietet.
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