Dank den warmen Temperaturen haben wir bereits die ersten Ringelnattern beobachtet. Sie erwachen jetzt aus der Winterstarre und bald beginnt die Paarungszeit.
Den Winter verbringen Ringelnattern oft gemeinsam mit Artgenossen. Jeweils im September oder Oktober ziehen sie sich in ihre Winterquartiere zurück. Diese frostfreien Plätze befinden sich beispielsweise an Waldrändern unter grossen Baumwurzeln oder in Komposthaufen im Garten. Wenn es kalt wird, fallen die Ringelnattern in eine Winterstarre. Dabei werden die Atmung und der Herzschlag verlangsamt, sodass sie sich nicht mehr bewegen können. Im März oder April, wenn es wärmer wird, erwachen sie zu neuem Leben. Die 80 bis 120 cm lange Ringelnatter wärmt sich dann gerne an sonnigen Stellen auf. So kann sie auf dem Erlebnispfad zum Beispiel auf Steinen oder Totholz entdeckt werden.
Die Barrenringelnatter (Natrix helvetica) ist gut erkennbar an ihrer hell- bis dunkelgrauen oder auch grünlichen Grundfarbe und den schwarzen Flecken an den Seiten. Im Nacken besitzt sie ein weissliches Fleckenpaar in Form von Halbmonden, die hinten schwarz umrandet sind. Zudem sind ihre Pupillen rund. Die Ringelnatter kann oft auch schwimmend beobachtet werden, wenn sie in Seen oder Teichen auf Jagd nach Fröschen, Molchen und kleinen Fischen geht. Da Amphibien ihre Hauptnahrung bilden, hält sich die Ringelnatter oft in Gebieten mit vielen Amphibien auf.
Schwimmende Ringelnatter. Foto: Otto Pfister. Möglicher Eiablageplatz. Foto: Daniela Rüegsegger
Kompost als Brutkasten
Im April und Mai sucht die Ringelnatter nach einem paarungsbereiten Partner. Die Weibchen werden dabei oft von zahlreichen Männchen gleichzeitig umworben. Kämpfe oder Beissereien zwischen den Konkurrenten kommen jedoch nicht vor. Stattdessen schmiegen sich mehrere Männchen an ein Weibchen, wodurch ganze Schlangenknäuel entstehen können. War die Paarung erfolgreich, werden die trächtigen Weibchen zunehmende träge und sonnen sich häufig, da die Wärme die Entwicklung der Embryonen fördert. Zwischen Juli und August legt die Ringelnatter ihre Eier in Komposthaufen, Schnittguthaufen oder andere vermodernde, feuchte und sich gut erwärmende Stellen ab. Meist werden dabei zwischen 10 und 30 Eier gelegt. Die jungen Schlangen schlüpfen im frühen Herbst und sind dann nur zirka 12 Zentimeter lang und 3 Gramm schwer.
Bevor sie geschlechtsreif werden, müssen sie mehrere Winter überstehen: Die Männchen mindestens drei, die Weibchen vier oder mehr. Bis dahin sind die kleinen Schlangen besonders gefährdet: Viele enden als Beute von Greifvögeln, Reihern oder Füchsen oder werden beim Überqueren von Strassen überfahren. Die Ringelnatter ist generell eher scheu und flieht bei der geringsten Störung. Gelingt ihr das nicht, stellt sie sich tot: Sie dreht sich auf den Rücken, verdreht die Pupillen und lässt die Zunge aus dem Maul heraushängen.
