Kuckuck

Der Kuckuck ist zurück!

17.04.2026

Seit ein paar Tagen ist der Kuckuck aus dem Süden zurück. Wer jetzt nicht auf sein Nest achtet, hat vielleicht bald einen Fremden darin.

Rund um den Klingnauer Stausee ist jetzt wieder der Ruf des Kuckucks (Cuculus canorus) zu hören. Die Langstreckenzieher sind aus ihren Winterquartieren südlich des Äquators zurückgekehrt, um hier zu brüten. Doch der Kuckuck zieht seine Küken bekanntermassen nicht selbst auf, sondern legt die Eier in sorgfältig ausgewählte Nester, sogenannte Wirtsnester. Er lässt den Wirt das Füttern und Aufziehen seiner Jungen übernehmen.

Als Wirte werden hauptsächlich Singvögel bevorzugt. Das Weibchen wählt dabei die gleiche Art als Wirt, von der sie selbst aufgezogen wurde, denn ihre Eier sind in Form und Farbe nur an diese angepasst. In unserer Region ist der Teichrohrsänger ein sehr beliebter Wirt. Das Kuckucksweibchen legt pro Nest immer nur ein Ei, jedoch kann sie pro Jahr bis zu 25 Eier produzieren. Das heisst, sie muss viele verschiedene Wirtsnester suchen. Bevor sie ihr Ei legt, wird das ausgewählte Wirtsnest für eine halbe Stunde beobachtet und mindestens ein Wirtsei geschluckt, um dem eigenen Platz zu machen. Dies alles geschieht innerhalb von zwei bis drei Tagen.

Nach etwa elf Tagen schlüpft das Küken, meist vor denen des Wirtes. Noch blind und völlig nackt wirft das Junge die restlichen Eier aus dem Nest, um das Futter allein für sich zu sichern. Obwohl das Küken viel grösser wird als die Wirtsvögel, wird das Junge die nächsten ein bis zwei Monate gefüttert. Eher selten wird das fremde Küken erkannt und aus dem Nest geworfen. Erfahrene Wirtsvögel hingegen, erkennen oft bereits das Kuckucksei und entfernen dieses. Beobachten sie das Kuckucksweibchen bei der Eiablage, verlassen die Wirtsvögel sogar ihr Nest.

Kuckuck wird gefüttert von Teichrohrsänger
Teichrohrsänger füttert einen jungen Kuckuck. Foto: Sonja Braue, wikicommons

Immer weniger Kuckucke 

Obwohl die Weibchen pro Jahr so viele Eier legen können, ist der Bestand der Kuckucke im Mittelland rückläufig. Ein sehr wichtiger Faktor ist die Abnahme von Nahrung: der Kuckuck ernährt sich hauptsächlich von Schmetterlingsraupen. Durch den erhöhten Einsatz von Pestiziden und dem kleiner werdenden Lebensraum von Schmetterlingen, findet der Kuckuck immer weniger Nahrung. Die intensive Landwirtschaft und der schrumpfende Lebensraum wirkt sich grundsätzlich auf alle Insekten aus. Deshalb nimmt auch die Nahrung der Wirtsvögel stetig ab und somit deren Bestand. Dadurch wird es für den Kuckuck immer schwieriger genug Wirtsnester zu finden. Heute findet man ihn vor allem noch in Auenlandschaften, sowie in den Voralpen und Alpen bis auf 2500 Meter über Meer.

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