Auf dem neuen Brutfloss beim Bunker wurden in den letzten Tagen Flussseeschwalben bei der Paarung beobachtet. Bereits Mitte Mai konnte ein erster Brutversuch festgestellt werden, der jedoch von den Flussseeschwalben aus unbekannten Gründen abgebrochen wurde. Nun besteht die Hoffnung, dass es zu einem Nachgelege kommt.
Die Flussseeschwalbe (Sterna hirundo) ist ein eleganter und ruffreudiger Vogel. Ihren Namen verdankt sie ihrem schwalbenähnlichen Erscheinungsbild mit dem tief gegabelten Schwanz und dem wendigen Flugstil. Tatsächlich ist sie jedoch näher mit den Möwen verwandt. Besonders eindrucksvoll ist ihre Jagdtechnik: Oft rüttelt sie kurz über dem Wasser, bevor sie im Sturzflug eintaucht, um kleine Fische zu erbeuten.
Seit Ende April sind die Flussseeschwalben aus ihren Winterquartieren in West- und Südafrika zurückgekehrt. Natürlicherweise brüten sie am Boden auf wenig bewachsenen Sand- und Kiesbänken an Flüssen, Seen und Küsten. Da solche Lebensräume in der Schweiz kaum noch vorhanden sind, sind die Vögel heute auf künstliche Nisthilfen angewiesen. Dank aufgeschütteter Kiesinseln, neu errichteter Brutflosse und Plattformen gibt es in der Schweiz mittlerweile wieder über 400 Brutpaare. Die meisten davon brüten auf künstlichen Flössen.
Neues Brutfloss
Auch am Klingnauer Stausee befindet sich gegenüber dem Bunker seit Herbst 2025 ein solches Brutfloss. Es wurde durch das Aarekraftwerk Klingnau als Ersatz- und Ausgleichsmassnahme realisiert. Beim Brutfloss handelt es sich um eine schwimmende Kiesinsel mit zusätzlichen Unterschlupfmöglichkeiten aus Holz. Diese «Holzhütten» bieten den Küken wichtige Versteckmöglichkeiten und schützen sie sowohl vor Fressfeinden wie Krähen und Mittelmeermöwen, als auch vor schlechtem Wetter. Flussseeschwalben sind nämlich extreme Nestflüchter und verlassen bereits zwei Tage nach dem Schlüpfen das Nest. Nach drei bis vier Wochen werden die Jungvögel bereits flügge, also flugfähig, und verlassen das Brutfloss.
Paarung der Flussseeschwalben. Foto: René Rupf Erster Brutversuch. Foto: Orniplan AG
Damit das Brutfloss den Flussseeschwalben zur Verfügung steht, wird es jedes Jahr bis zu ihrer Ankunft mit Gummischnüren abgedeckt. Ohne diese Massnahme wäre das Risiko gross, dass das Brutloss zum Beispiel von der Mittelmeermöwe in Beschlag genommen würde. Diese ist deutlich grösser, beginnt früher zu Brüten und setzt sich aggressiv gegen mögliche Konkurrenten durch. Mit einer fest installierten Kamera kann das Geschehen auf dem Brutfloss zudem durch ein ornithologisches Fachbüro laufend überwacht werden.
